
Künstlerportraits
Online-Fachkurs THEMA 2026
Eine andere Künstlerpersönlichkeit zu portraitieren und gleichzeitig deren Lebensgang und die Werke zu studieren, war und ist das Thema im Jahr 2026.
Es wurden teilweise die zu erforschenden Künstler individuell ausgewählt, wie Käthe Kollwitz, Georgia O’Keefe, Giovanni Segantini, Raffael, Tizian, Tiepolo, Gentileschi, Cezanne und einige andere. Zusätzlich wurden Johannes Itten und Paul Klee ausgewählt, die alle Teilnehmer erforschen sollten, sodass mehrere Portraits von einer Persönlichkeit vergleichend betrachtet werden können.
Viele sehr interessante Fragen begleiteten die Arbeit, wie z.B.:
- Wie ist der Blick des Künstlers? Wohin blickt er und welche Art von Konzentration zeigt sich in seinen Augen? Wie betrachtet er seine Objekte?
- Wie ist seine Physiognomie und Körperhaltung?
- Welche Besonderheiten gibt es in seinem Leben, was hat ihn geprägt?
- In welchen Zeiten und gesellschaftlichen Zusammenhängen lebte er?
Zu diesen Beobachtungen und Fragen kam folgende Vorstellung hinzu: Der Künstler hat ein Lebenswerk hinterlassen. Denkt man an ihn, so hebt man ihn wieder neu in die Aufmerksamkeit herein. Sein Werk und er als Urheber werden gewürdigt und können durch die Gedanken, die man dazu entwickelt, wie erweitert und neu belebt werden.
Auch die anspruchsvolle philosophisch-spirituelle Frage wurde vorsichtig miterwogen: Hat eine wirklich ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Künstler eine Wirkung auf seine Seele oder – allgemein ausgedrückt – auf das, was nach seinem Abscheiden als geistige Substanz zurückgeblieben ist und sich vielleicht in weitere Entwicklungen hineinbegeben hat?
Bei Johannes Itten beeindruckte beispielsweise vor allem seine pädagogische Fähigkeit und seine Forschungen zu den Farben. Wie wirkt es sich aus, wenn man beim eigenen Zeichnen bestimmte Charaktereigenschaften des Künstlers vor Augen hat?
Ich zeichnete zB Johannes Itten mit den Gedanken an seine neu entwickelten, damals unkonventionellen Unterrichtsformen und betrachtete auch seinen Blick mit diesem Hintergrund. Wie sah er seine Schüler und in welcher Art dachte er an sie? Trotz dem Ernst und einer gewissen Strenge in seinem Blick nahm ich eine sehr soziale, warme, fürsorgliche Stimmung in den Augen wahr.
Für die teilnehmenden KünstlerInnen wurde deutlich, dass die Gedanken und Wahrnehmungen, die man selbst beim Zeichnen und Malen entwickelt, dann natürlich auch den Ausdruck im fertigen Bild prägen.
Und es wurde deutlich, dass sich durch die individuelle Auseinandersetzung eine Beziehung zu diesem Künstler ausprägt, die vorher nicht vorhanden war. Diese Beziehung ist für die eigene Persönlichkeit und eigene künstlerische Tätigkeit bereichernd und inspirierend.
Die aus diesem Studienthema bisher entstandenen Werke sind aktuell im Casa degli Artisti Lundo (Künstlerhaus Lundo) bis 8.11.2026 ausgestellt.
Öffnungszeiten: Samstag 14.00 – 17.00 | Sonntag 11.00 – 17.00
Besichtigung außerhalb dieser Zeiten:
Telefon +39 340 5116294
„Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt aber andere, die dank ihrer Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln können.“
Pablo Picasso
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